Landesvertretung der Beamtinnen/ Beamten und Angestellten in Forst und Naturschutz in Hessen


Info 01 2019 der IG BAU Landesvertretung Forst und Naturschutz in Hessen

Info 01 2019 der IG BAU Landesvertretung Forst und Naturschutz in Hessen

Forderung der Landesvertretung Hessen der Beamtinnen / Beamten und Angestellten in Forst- und Naturschutz zum Landeshaushalt 2020 / 2021

4. Forst und Naturschutz

Landesbetrieb HessenForst
Der Wald ist laut §1 des Hessischem Waldgesetzes eine Lebensgrundlage des Menschen. Für den DGB ist der hessische Wald ein Bürgerwald und wichtiger Baustein der Daseinsvorsorge. Nachhaltige, umweltverträgliche Forstwirtschaft und Naturschutz sind für uns zwei Seiten einer Medaille. Der Erhalt, die Stabilität und die weitere Verbesserung des Lebensraumes Wald muss die Richtschnur aller forstlichen Aktivitäten sein.
Seitens des Landesbetriebes HessenForst als Dienstleister für die Betreuung des hessischen Staatswaldes wurde die Produktion von Holz bisher als „Kernaufgabe“ betrachtet, der Wald in erster Linie als „Wirtschaftswald“. Die IG B.A.U. hat seit Jahren darauf hingewiesen, dass diese Betrachtungsweise weder den tatsächlichen Ansprüchen der Bevölkerung an den Wald entspricht noch der Tatsache Rechnung trägt, dass der Wald eines der wenigen noch ziemlich intakten Ökosysteme in unserem dichtbesiedelten Land darstellt.
Seit dem Jahr 2018 scheint auf politischer Ebene nun endlich ein Umdenken zu beginnen. In einem umfangreichen Konsultationsprozess, dem sogenannten „Waldforum“, sind auf breiter gesellschaftlicher Basis, die Grundlagen für eine neue Richtlinie zur Bewirtschaftung des Staatswaldes erarbeitet worden. Von Bildungsträgern, Wandervereinen, Arbeitgebern, Sägewerkern, Naturschützern bis hin zu Gewerkschaften wurden alle am Wald interessierten Bevölkerungsgruppen beteiligt. Als Ergebnis wurde festgehalten, was die Bevölkerung von „Ihrem“ Wald erwartet. Es wurden folgende Hauptziele formuliert, die unter der Überschrift der Daseinsvorsorge zusammengefasst werden können:
• Erhaltung und Verbesserung der Biodiversität
• Klimaschutz, Gewässerschutz, Bodenschutz und weitere Schutzziele
• Rohstofferzeugung
• Erholung und Bildung für nachhaltige Entwicklung
• Arbeit
• Erhaltung des Waldvermögens und Erwirtschaftung eines hohen volkswirtschaftlichen Gesamtnutzens
Damit im Staatswald diese Ziele erreicht werden können, muss sich der Landesbetrieb HessenForst auf eine ausreichende Anzahl von gut ausgebildetem, professionell ausgestattetem Personal in dauerhaftem Beschäftigungsverhältnis verlassen können. Dies gilt für die Situation in „Normal-Jahren“.

Leider haben wir aber nun keine „Normal-Jahre“ vor uns:
Im Jahr 2018 haben erst heftige Stürme große Waldflächen zerstört, nachfolgend entwickelte sich dank des extrem trockenen Sommers eine Borkenkäferkatastrophe ungekannten Ausmaßes. Große Teile des hessischen Fichtenwaldes, besonders in Nordhessen, wurden vernichtet.
In den nächsten Jahren wird es eine Herausforderung sein, die restlichen Nadelwaldflächen zu erhalten. In Südhessen ist der Wald wegen des extrem abgesenkten Grundwasserspiegels, schon lange großflächig vom Absterben bedroht. Dazu kommt, dass auch die aktuell von Sturm und Dürre noch nicht betroffenen Waldflächen in den kommenden Jahren zu einem klimastabileren Wald umgebaut werden müssen. Die Wiederbewaldung der zerstörten Waldflächen und der Waldumbau sind eine Herkulesaufgabe, die nur erfüllt werden können, wenn das vorhandene Personal deutlich aufgestockt wird und genügend Haushaltsmittel für die Beschaffung von Pflanzen und Schutzmaterial bereit steht.
Vor dem Hintergrund schwankender Holzpreise, einer nur ungefähr planbaren Nachfrage nach Holz, unvorhersehbarer Witterungsbedingungen und zunehmender Klimaveränderung verschlechtern sich die Rahmenbedingungen in wirtschaftlicher Hinsicht ganz dramatisch. Ein personalintensiver Betrieb wie HessenForst, der sich um Aufgaben der Daseinvorsorge kümmert, braucht eine verlässliche monetäre Ausstattung. Es wird zukünftig kaum mehr möglich sein ohne deutliche Zuschüsse aus dem Landeshaushalt den hessischen Wald zukunftssicher zu machen.
Deshalb fordert der DGB folgende Änderungen bei der finanziellen und personellen Ausstattung des Landesbetriebes HessenForst:
• Das Personal im Außendienst, vor allem im Bereich der Forstwirte, Forstwirtschaftsmeister und Revierleitungen, muss aufgestockt werden; der geplante Personalabbau darf nicht umgesetzt werden.
• Am Einstellungskorridor für alle Bereiche ist weiterhin festzuhalten.
• Die Verbeamtung der forsttechnischen Angestellten sollte geprüft werden, um die Nachwuchskräfte in Hessen zu halten.
• Die Ausstattung des Betriebes mit den erforderlichen Dienst- und Betriebsfahrzeugen und Motorsägen für die Forstwirte wird endlich umgesetzt.
• Die in der Koalitionsvereinbarung angeführten Naturschutzstellen für die Forstämter müssen dauerhaft besetzt werden. Das Naturschutzpersonal muss fest eingestellt und tariflich angemessen eingruppiert werden.
• Für die Wiederbewaldung und den klimagerechten Waldumbau werden zusätzliche Haushaltsmittel, evtl. aus dem Klima-Fond, bereitgestellt.

2018: Der Klimawandel ist in Hessen angekommen!

Foto: Michael Köhl

Wege im Wald. Für mehr Rechtsklarheit und fachliche Wegeplanungen

Naturschutz im Wald

Hier findet Ihr die Unterlagen zu Naturschutz und Forst im Gespräch:
Schutz und Nutzung im Wald 22.03.2018 in Wetzlar